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Stimmt es, dass der Weichnachtsmann überall ist?

BELGIEN, IOTTA COMMUNICATIONS

Heiligabend 2008, viertel vor 10 Uhr abends. Die Lichter im langen, breiten Korridor und in allen Zimmern sind viel früher ausgeschaltet worden als sonst. Alles ist in winterliche Dunkelheit gehüllt. Nur ein schwaches Licht von der Schwesternstation leuchtet noch. Abgesehen von dem gedämpften Gespräch dort, herrscht auf der Station Stille. Es scheint, dass alle Kinder friedlich schlafen. Außer in Zimmer 18 …

… etwas hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Die sterile, eintönige Dämmerung seines Krankenhauszimmers war einem warmen Schein gewichen. Im Halbschlaf öffnete der kleine Junge seine Augen ein kleines bisschen weiter, um besser sehen zu können. Die roten Lichter des Mini-Weihnachtsbaums, den sein Vater auf das Fensterbrett gestellt hatte, um ihn etwas fröhlicher zu stimmen, leuchteten immer heller. So hell, dass er seine neu operierten Augen wieder etwas schmaler machen musste. Aber da war etwas Seltsames. Er drehte sich ein wenig, um es besser sehen zu können. Es schien, als ob die silberne Girlande vom Baum plötzlich auf ihn zukam. Sie näherte sich und verwandelte sich dabei in einen magischen, funkelnden Nebel, der dreimal sanft um seinen Kopf zog und sich dann in Luft auflöste. Auf wundersame Weise verschwand der Schmerz in seinen kleinen Augen, und er konnte plötzlich alles klar sehen. Das waren überhaupt keine kleinen roten Lämpchen, sondern kleine Elfen mit roten Mützen, Schals und Handschuhen. Mit erhobenen Daumen und breitem Lächeln. Sie tanzten fröhlich umher. Eine wundersame Szene spielte sich vor seinen Augen ab. Der Junge traute seinen Augen kaum. War dies eine Botschaft, dass er bald kommen würde?

Sein Vater hatte ihm vorm Einschlafen oft die zauberhaftesten Geschichten über den Weihnachtsmann und seine Elfen erzählt. Wie er mit seinem, mit Geschenken gefüllten Schlitten fliegen konnte. Wie er die Menschen in allen entlegenen Winkeln der Welt glücklich machte. Und jetzt, jetzt flogen sie vor seiner Nase herum, echte Weihnachtselfen. Der Junge lächelte breit zurück. Voller Erwartung lag er da. In der Hoffnung, dass er bald kommen würde.

Plötzlich, ohne Vorwarnung, kehrte die Dunkelheit zurück. Wie ein schwerer, schwarzer Vorhang, der sich unerwartet über die Bühne senkt. Plötzlich fühlte er sich wieder ganz allein in seinem Bett. Kalte Schauer überkamen ihn. Aber so plötzlich, wie sie kam, wich die Kälte einer Wärme vollgefüllt mit Hoffnung. Er hörte Schritte auf dem Korridor. Er hörte ganz genau hin, achtete auf die Festigkeit des leisen Trittes, den Rhythmus. Er war so gut wie sicher. Es musste fast sein Schritt sein und kein anderer. Das Geräusch kam immer näher und näher, aber es wurde noch leiser, noch vorsichtiger, als ob er seine Schritte liebevoll zurückhielt, als er sich seinem Zimmer näherte. Und da tauchte seine Gestalt auch schon vor der Glastür auf. Der Junge konnte eine Hand sehen, die nach der Klinke griff, und er sah, wie sich die Klinke nach unten neigte, bis der Verschluss gelöst und die Tür leise geöffnet wurde. Ein Lichtstrahl stahl sich herein, und wurde immer breiter und breiter. Er beleuchtete die Form von hinten, so dass der Schatten zuerst eintrat, gefolgt von einem glänzenden schwarzen Lederschuh, der rasch die Schwelle überquerte. Anscheinend war er genau so ungeduldig wie der kleine Junge. Der Junge reckte seinen Hals, um besser sehen zu können, aber obwohl er wie durch ein Wunder wieder klar sehen konnte, war es zu dunkel. Die roten Lichter des Weihnachtsbaums waren ein letztes Mal aufgeleuchtet und dann erloschen. Der Junge streckte seinen Arm aus, und die Gestalt tat es ihm nach. Ihre Finger berührten sich. Ein warmer Schauer durchzog beide. Eine Wärme, die ausstrahlt, eine Wärme, die Schnee schmelzen und Holz zu einer knisternden Glut entflammen könnte. Er war sich jetzt absolut sicher. Er war es. Endlich war er wieder da. Es war ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen. Sie fielen sich in die Arme, und der Junge dachte: „Ich lasse ihn nie wieder gehen.“ Obwohl er weder einen langen weißen Bart, noch einen roten Mantel, geschweige denn Stiefel hatte, war er sein Held.

Der Junge wischte eine Träne weg und sagte: „Dieses Mal bin ich es, der eine wirklich fabelhafte Geschichte zu erzählen hat … mein liebster Papa.“ Sein Vater zog seine Schuhe aus, legte sich neben ihn unter die wollige Decke seines Krankenhausbettes und lauschte staunend. Und nachdem die Geschichte erzählt worden war, fielen beide in einen tiefen Schlaf.

 

Dieser Beitrag kommt von der CommUnity International Partner-Agentur:

IOTTA COMMUNICATIONS

Belgien, Gent
www.iotta.com

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