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Das blaue
Vogerl

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2. Oktober 2013
F. Wonisch

Was die Spatzen vom Dach pfeifen …


Lang als Hippster-Tool verschrien,als zu amerikanisch abgetan und jetzt sogar „the next big thing“ an der NASDAQ, entwickelt sich der Micro-Blogging Dienst Twitter nun auch in der „alten Welt“ und somit sogar in Österreich. Hierfür muss man wohl am ehesten Armin Wolf – dem berühmtesten Twitterer Österreichs danken. Aber warum verzeichnet „das blaue Vogerl“ gerade jetzt – und vor allem in der Medienbranche sowas wie einen Boom? Einerseits ist Twitter in seiner Kürze gut erfassbar und in seinem Verbreitungstempo nach wie vor unschlagbar. Andererseits kann sich ein gut zusammengestellter Twitterstream zu einer wertvollen Recherchequelle bzw zu einem echten Content- und Inspirationslieferanten entwickeln.  Allerdings geht – Stichwort: Boom – mit der Boulevardisierung des Kanals auch – leider – eine Verrohung der Twitter-Sitten und eine leichte Abnahme der Tweet-Qualität einher. Dem gilt es, „Energie“ entgegen zu treten. Darum hier ein paar „Klassiker“ für ein erfolgloses Twittertum:

1. Schlechtes Profilbild
Der erste Eindruck zählt und das gilt auch auf Twitter. Weil man selbst nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten hat, muss man dringend auf ein gutes Profilbild achten. “Gut” ist in diesem Zusammenhang subjektiv – allerdings gibt es einige Merkmale, die so gut wie jedes “schlechte” Profilbild hat. Und die sind leicht zu erkennen. Schlechte Beleuchtung, sich beißende Farben oder ungünstige Posen sind nur drei Beispiele für offensichtliche “schlechte” Merkmale eines Profilbilds. Zur Vermeidung dieses Twitter Fehlers muss man sich schlicht und ergreifend überlegen, wie man nach außen am optimalsten wahrgenommen werden will.Es mag Leute geben, die wollen auf ihren Profilbildern schlecht aussehen. Spätestens aber, wenn man Twitter als Marketing-Kanal nutzen will, sollte man dafür sorgen, dass man deutlich zu erkennen ist und sich gut präsentiert. Das zeugt von einer gewissen Professionalität, die dann auch auf die eigenen Inhalte schließen lässt.

2. Exzessives Ego-Tweeting
Ego-Tweeting – also nur von sich selbst berichten. Das möge auf Facebook bleiben und dort weiter „Statusupdate“ (mit oder ohne Smiley) heißen. Viel wichtiger ist es, auf Twitter sowohl als Person mit hochwertigem eigenen Output bekannt zu werden. Content Curation heißt das Stichwort. Inhalte von Dritten aufgreifen und diese weiterverteilen. So sorgt man dafür, dass man nicht nur für die eigenen Inhalte geschätzt wird, sondern auch als Multiplikator und in diesem Zug später auch als Influencer bekannt ist. Das ist wichtig, weil sich so ein verstärktes Vertrauensverhältnis aufbauen lässt – und es zahlt sich definitiv für die eigene Reputation aus.

3. Zu viele Hashtags
Hashtags (auch Kanalgitter genannt: #joke) sind toll und dank Twitter wurden sie auch bei Google+ und Facebook salonfähig. Das Problem mit Hashtags: Sie stören den Lesefluss. Was eigentlich der verbesserten Struktur eines Tweets zugutekommen soll, bewirkt oft das Gegenteil. Problematisch sind zu viele Hashtags auch, weil sie schlicht und ergreifend nicht das Konversations-Verhalten von Menschen widerspiegeln. Niemand unterhält sich ernsthaft im Stil eines Telegramms. Und weil soziale Netzwerke in erster Linie von Menschen mit Inhalten befüllt werden, sollten dann auch die Unterhaltungen so geartet sein, dass man eben mit Menschen spricht und nicht mit Maschinen.

4. Retweets ohne wenn und aber
“Content Curator” zu sein ist ein Ziel des Marketings mit Twitter. Es ist aber einer der besonders nervigen Twitter Fehler, wenn Inhalte völlig wahl- und ziellos weiterverbreitet werden. Dafür sollte man ein grundsätzliches Konzept haben, weil man andernfalls einfach nur ein Mehraufkommen an Tweets erzeugt. Ein Plan bei der Distribution fremder Inhalte sorgt dafür, dass man als seriöse und mehrwertige Quelle wahrgenommen wird. Das verbessert Außenwirkung und Reputation.

5. Fehlende Biografie
Eine aussagekräftige Biografie auf Twitter steht im gleichen marketingtechnischen Zusammenhang wie das Profilbild, der Inhalt eigener Tweets oder auch das Hintergrundbild, das auf der Plattform genutzt wird. Als Gesamtbild sorgen diese Elemente dafür, dass man selbst viel mehr Sichtbarkeit und somit Aufmerksamkeit bekommt. Schließlich ist und bleibt Twitter eine soziale Plattform und da geht es nunmal per Definition um Menschen.

6. Zu viele Tweets
Content well worth watching … das gilt auch auf Twitter. Leider kann aber auch der beste Content nerven, wenn die Frequenz einfach zu hoch ist. Eine zu hohe Anzahl von Tweets in einem bestimmten Zeitraum ist eher kontraproduktiv. Wann genau es zu viele Tweets sind kann pauschal nicht beziffert werden. Hier kommt es auf das generelle Umfeld des Users an, der oder die für den Output verantwortlich ist. In der Regel wird relativ schnell deutlich, wann es zu viel des Guten ist und im Zweifel bekommt man sogar direktes Feedback von der eigenen Community. Damit man selbst diesen Twitter Fehler vermeidet, hilft die Erstellung eines speziellen Redaktionsplans. Wer auf diese Weise arbeitet, kommt gar nicht erst in die Versuchung, zu viele Tweets abzusetzen, weil von Anfang an klar ist, wie oft man Neuigkeiten postet.

7. Schlechtes Timing
Als soziales Netzwerk unterscheidet sich Twitter nicht signifikant von anderen Netzwerken wie Facebook oder Google+. Und es ist einleuchtend: Man erreicht mehr User, wenn man an einem Werktag morgens um 10 Uhr twittert statt nachts um drei. Zu dieser Zeit sitzen weniger Menschen vor ihren Rechnern und auch mobil sind weniger Leute erreichbar. Das richtige Timing kann also über Erfolg und Misserfolg eines Tweets entscheiden. Problem: Es lässt sich nicht immer eindeutig vorher abschätzen, wann der Impact eines Tweets am stärksten ist. So kann auch eine bewährte Uhrzeit nicht funktionieren, weil in manchen Regionen aktuell ein Feiertag ist. Tools wie Hootsuite bieten Funktionen an, mit denen sich der beste Zeitpunkt für einen Tweet automatisch ermitteln lässt. Das klappt recht gut und ist insofern empfehlenswert, wenn man den Twitter Fehler mit dem falschen Zeitpunkt für seine Tweets vermeiden will.

Sollten Sie diese 7 Kardinalsfehler berücksichtigen, dann garantiere ich Ihnen größtmöglichen Misserfolg.
In jedem anderen Fall wünsche ich viel Spaß mit Twitter!

BILDQUELLEhttp://www.ithaquecoaching.com

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