Kategorie: PR

Medien stehen für Vertrauen – warum Unternehmen PR strategisch falsch verstehen

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MARKETING SHO(R)TS

Medien sind kein Werbekanal.

Christina Koppelhuber
28. Mai 2026
Pressemitteilungen versenden, Journalist:innen in den Verteiler aufnehmen, auf Berichterstattung hoffen. So läuft PR in vielen Unternehmen ab – und so bleibt sie meistens wirkungslos. Warum das so ist und wie strategische PR wirklich funktioniert: Ein praxisnaher Leitfaden von Hartinger Consulting mit Fokus auf Pressearbeit.
Pressemitteilungen versenden, Journalist:innen in den Verteiler aufnehmen, auf Berichterstattung hoffen. So läuft PR in vielen Unternehmen ab – und so bleibt sie meistens wirkungslos. Warum das so ist und wie strategische PR wirklich funktioniert: Ein praxisnaher Leitfaden von Hartinger Consulting mit Fokus auf Pressearbeit.

PR wird in vielen Unternehmen als verlängerte Werbung verstanden.

Ein Fehler, der regelmäßig dazu führt, dass gut gemeinte Inhalte in Redaktionen gar nicht erst gelesen werden.
Dabei ist Pressearbeit eines der wirkungsvollsten Instrumente, um Vertrauen aufzubauen, Reichweite zu gewinnen und
sich als Expert:in zu positionieren – wenn man versteht, wie Medien wirklich funktionieren und was Journalist:innen tatsächlich brauchen.

Dieser Beitrag zeigt, wo die häufigsten Fehler liegen und wie strategische PR aussieht, die wirklich etwas bewegt.

Medien stehen für Vertrauen

Journalist:innen filtern, ordnen ein und verifizieren. Genau deshalb genießen Medien – vor allem im deutschsprachigen Raum – nach wie vor einen hohen Vertrauensstatus. Sie sind keine Werbefläche, sondern ein Ort für relevante Inhalte, die Menschen etwas bedeuten.

Wer PR mit Werbung verwechselt, verliert diesen Vertrauensbonus sofort. Sobald ein Inhalt nach Eigenpromotion riecht, landet er im Papierkorb.

Dabei lohnt sich Pressearbeit – das Kernstück von PR – mehr denn je: Unbezahlte Medienberichte ranken bei Suchmaschinen hervorragend, und KI-Systeme empfehlen bevorzugt Expert:innen, die bereits in Medienberichten vorgekommen sind. Wer in relevanten Medien präsent ist, borgt sich Reichweite und Glaubwürdigkeit zugleich.

Warum Pressearbeit oft wirkungslos bleibt

Viele Unternehmen betreiben PR, aber ohne spürbare Wirkung. Die häufigsten Ursachen:

1

Inhalte werden intern gedacht, nicht aus der Perspektive der Leser:innen, Hörer:innen oder Zuseher:innen. Durch interne Freigabeprozesse werden Botschaften geschliffen, Zuspitzungen entfernt, menschliche Stimmen durch offizielle Sprachregelungen ersetzt. Das Ergebnis: ein Text, der intern alle zufriedenstellt, aber extern niemanden interessiert.

2

Mehr Journalist:innen im Verteiler bedeutet nicht mehr Berichterstattung. Bei 50 bis 200 Presseaussendungen pro Tag, die eine Redaktion erhält, entscheidet die Betreffzeile und der erste Satz in Sekunden über das Schicksal eines Textes. Ein irrelevanter Inhalt wird durch breiten Versand nicht interessanter.

3

Nachrichtenrelevanz ist kein stabiler Zustand, sie ist ein Fenster. Wer als Erster ein aufkommendes Thema besetzt, ist relevant. Eine Woche später ist man der Fünfte. Ein klassischer Fehler: Die Aussendung geht raus, wenn sie intern fertig ist und nicht, wenn der Moment draußen stimmt.

4

Ohne PR-Plan, Redaktionskalender oder Themenstrategie bleibt Pressearbeit ein Zufallsspiel. Wer weiß, welches Gewässer, welcher Köder und welche Jahreszeit, der fängt auch etwas.

Was gute PR ausmacht

Effektive Pressearbeit folgt klaren Prinzipien:

Wie man die richtige Geschichte findet

Das häufigste Problem in der PR-Praxis: „Wir haben nichts zu sagen.“ Dabei hat jedes Unternehmen Geschichten – die meisten sehen sie schlicht nicht. Die eigentliche Kunst der PR ist es, sie zu finden.

Ein hilfreicher Einstieg: Welche eigene, abweichende und fundierte Sichtweise hast du zu einem Thema? Welches Wissen hilft anderen weiter?

Mögliche Ansatzpunkte:

  • Aktuelle Entwicklungen in der Branche
  • Eine starke, klare Meinung zu einem Thema
  • Saisonale Geschichten mit einem neuen Dreh

Wie Redaktionen wirklich denken

Der Job von Journalist:innen ist es, relevante Geschichten zu liefern.

Sie sind keine Dienstleister, keine Gegner und keine Werbeflächen. Ihr Alltag ist geprägt von Zeitdruck und fixen Deadlines: Bei Tageszeitungen entscheidet die Redaktionskonferenz am Vormittag, bei Wochenmagazinen gibt es fixe Redaktionsschlüsse. Inhalte müssen schnell nutzbar, klar verständlich und gut aufbereitet sein: keine Floskeln, kein Fachjargon, keine versteckten Kerninformationen. Ein guter Inhalt beantwortet die W-Fragen (Wann, Wo, Wer, Was, Wie), enthält wenn möglich Bild- oder Videomaterial und ist so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich.

Beim Kontakt gilt: je persönlicher, desto erfolgreicher. Wer per E-Mail ein konkretes Thema skizziert, unkompliziert in der Abwicklung ist und verlässlich liefert, was er versprochen hat, wird wieder angefragt. Keine langen Zitatschleifen, keine allgemeinen Telefonnummern! Wer einmal gute Erfahrungen mit jemandem gemacht hat, meldet sich wieder.

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