Netzwerke als Erfolgsfaktor
Mehr Kontakte bedeuten breiteres, vielfältigeres Wissen, mehr Ideen, mehr Möglichkeiten. Wieso das heute so wichtig ist? Märkte werden komplexer, Fachkräfte fehlen, künstliche Intelligenz beschleunigt Prozesse, Kund:innenbindung wird immer schwieriger und Vertrauen ist zur wohl wichtigsten Währung geworden. Kooperationen sind daher längst kein Nice-to-have, keine Prestigesache oder kein Lifestyle mehr, sondern tatsächlich erfolgsentscheidend.
Frauen aus verschiedenen Unternehmen treffen sich zu einem gemeinsamen Abend. Wein, Gespräche mit Problemen aus dem Alltag. Viktoria Jammernegg wartet vergeblich auf den einen Satz, der sie am nächsten Morgen ein Stück weiterbringt. Weil sie keinen echten Mehrwert erkennt, bleibt es ihr erstes und letztes Treffen in diesem Netzwerk. Sie möchte Träume und Visionen teilen, persönlich wachsen. So definiert die gelernte Konditormeisterin und Friseursalon-Besitzerin den Nutzen ihres danach gegründeten Netzwerks Why Not-i. Mittlerweile haben sich mehr als 100 weitere Frauen angeschlossen, die das genauso sehen: Für sie ist das Wissen anderer eine Bereicherung, welches in Impulsvorträgen der Mitglieder:innen regelmäßig geteilt wird.
Community Manager:in, Strategie, Kultur und eine Kommunikationsplattform: Netzwerke brauchen Struktur und klare Regeln, damit sie funktionieren und Engagement entsteht – da sind sich alle drei Expert:innen einig. Manchmal helfen bereits einfache Maßnahmen: Fixe Termine erleichtern Kommunikation und Planung, stärken das Netzwerk sogar: „Wer wirklich kommen will, macht das dann auch möglich“, sagt dazu Daniel Schuster. Und gerade weil neben der Community auch berufliche Verpflichtungen bestehen, helfen Konsequenz und Disziplin, das Augenmerk darauf nicht zu verlieren. Ein weiterer Erfahrungswert von Susanne Hartinger: „Auch Kultur entsteht nicht von selbst. Sie erfordert Regeln und Konsequenz.“
Ob durch das Ausfüllen einer Datenbank oder durch einen Mitgliedsbeitrag: wie Verbindlichkeit geschaffen wird, hängt vom Zweck und Aufwand eines Netzwerks ab. Ein Beitrag kann etwa notwendig sein, wenn Räume oder Verpflegung finanziert werden müssen. Fest steht: Wer Verbindlichkeit schafft, muss sich nicht fürchten sondern kann sich freuen. Denn es bleiben jene, die sich wirklich für die Sache begeistern und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, bestätigt Viktoria Jammernegg.
Mitglied sein allein reicht nicht, um vom Netzwerk zu profitieren. Engagement ist entscheidend. Die gute Nachricht vom Netzwerk-Gründer Die Mehrwertstifter: „Gib was du kannst, und du bekommst automatisch, was du brauchst.“
Jungen Mitgliedern soll man Zeit zum Einfinden geben: viele sind zu Beginn noch zurückhaltend und werden erst nach und nach aktiver.
Wenn jemand nur mit dem Ziel kommt, etwas zu verkaufen, verändert sich laut Daniel Schuster sofort die Dynamik: „Da halten alle zusammen.“ Meist regelt sich vieles innerhalb der Community von selbst: Wer nicht zur Kultur passt, bleibt oft ohnehin nicht lange.
Auch zusätzliche Regeln können bei solchen Situationen helfen. In seinem Netzwerk (Die Mehrwertstifter) gibt es etwa einen festen ‚Brand Day‘ pro Woche, an dem Angebote auf der gemeinsamen WhatsApp-Plattform gepostet werden dürfen. Auch Mitgliedsbeiträge können hier regulierend wirken, ergänzt Viktoria Jammernegg.
Ein Treffen zu dritt. Auch das hat Viktoria Jammernegg erlebt, gerade diese Termine seien oft die lehrreichsten, in denen sich entscheidende Veränderungen oder Bestimmungen hervortun.
Auch Daniel Schuster kennt diese Momente, an denen die Motivation sinkt. Gerade dann sei es wichtig, weiterzumachen. Seine Erfahrungen ähneln denen von Viktoria Jammernergg: die wenigen Übrigen bestärkten ihn, mutige Wege zu gehen. Das Ergebnis war ein hilfreiches Regelwerk für sein Netzwerk, das mittlerweile ebenfalls über 70 Mitglieder zählt.















